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Mittwoch, 25. Mai 2016

Max Reger

Max Reger

wird am 19. März 1873 in Brand im Fichtelgebirge geboren. Seine Kindheit verbringt er in Weiden, wo er die Volks-, Real- und Praeparandenschule besucht und seinen ersten Musikunterricht erhält. Von 1890 an studiert Reger beim berühmten Musiktheoretiker Hugo Riemann in Sondershausen und Wiesbaden. In Folge seiner Militärdienstzeit und einiger beruflicher Rückschläge erleidet Reger einen Zusammenbruch und kehrt 1898 ins Elternhaus nach Weiden zurück. Dort steigert sich Regers Produktivität enorm, bis er 1901 seine Familie überreden kann, den Wohnsitz nach München zu verlegen, wo er sich mehr musikalische Anregungen erhofft als in der Oberpfalz. 1902 heiratet Reger Elsa von Bercken, eine geschiedene Protestantin. 

Als Komponist wie als konzertierender Pianist ist Reger in dieser Zeit äußerst produktiv und wird 1905 als Nachfolger Rheinbergers an die Akademie der Tonkunst berufen. Bereits ein Jahr später legt er sein Amt wegen Unstimmigkeiten mit dem überwiegend konservativen Lehrkörper wieder nieder.

Während eines Konzertaufenthalts in Karlsruhe empfängt Reger 1907 seine Berufung zum Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Konservatorium in Leipzig. Zu seinen Schülern zählen u.a. Joseph Haas, Johanna Senfter, Botho Sigwart zu Eulenburg, Hermann Keller, Hermann Grabner und der spätere Filmkomponist Willy Schmidt-Genter. Auch diesen Posten legt Reger bereits ein Jahr später wieder ab.

1911 übernimmt er stattdessen den Posten des Hofkapellmeisters in Meiningen, den er Anfang 1914 wieder aufgibt. Die intensive Kompositions- und Konzerttätigkeit führt er auch fort, nachdem er 1915 nach Jena gezogen ist, von wo aus er einmal wöchentlich für seine Lehrveranstaltungen nach Leipzig fährt. Auf einer dieser Reisen erliegt Reger am 11. Mai 1916 einem Herzversagen. Regers Leichnam wird 1930 von Jena auf den Münchner Waldfriedhof überführt.

Sein Schaffen

Berühmtheit erlangte Reger vor allem durch seine Orgelwerke, obwohl er auch in den Bereichen Kammermusik, Lied-, Chor- und Orchesterkomposition Bedeutendes geleistet hat.

In den 1920er Jahren war er der am häufigsten interpretierte zeitgenössische Komponist im deutschsprachigen Raum. Seine Wirkung auf die komponierenden Zeitgenossen war allerdings nicht unumstritten. Während Paul Hindemith Reger als „den letzten Riesen in der Musik“, ohne den er nicht denkbar wäre, bezeichnet, fand Igor Strawinsky seine Musik ebenso abstoßend wie die Erscheinung des Komponisten.

Reger selbst beschrieb seine Kompositionen als schwierig, sowohl für die Interpreten als auch für die Hörer. Das betrifft vor allem die Werke der mittleren Schaffensperiode, die sich durch eine extreme Erweiterung der Tonalität auszeichnen. In seinen letzten Schaffensjahren bemühte sich Reger darum um eine Vereinfachung des Satzes zugunsten größtmöglicher Klarheit und Subtilität. Die „Sturm- und Trankjahre“, wie Reger sie bezeichnete, waren vorüber, und Reger deklarierte seinen Personalstil nun als „freien Jenaischen Stil“.

Trotz seiner Beliebtheit in den 1920er Jahren geriet Reger später v.a. beim breiten Publikum mehr und mehr in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren ist seine Musik wieder zunehmend in den Konzertsälen präsent. Reger selbst hat prognostiziert: „In einigen Jahren wird man mich als reaktionär bezeichnen und zum alten Eisen werfen, aber meine Zeit wird kommen ...“.

 

Ein detailliertes Werkverzeichnis finden Sie auf den Seiten des Max-Reger-Instituts Karlsruhe.